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Ein Reisebericht besonderer Klasse! vom 31.08.2012


Ein Reisebericht besonderer Klasse! vom 31.08.2012

Viva-Nas Start ins neue Leben! Reisebericht vom 31.07.2012

Wir danken Viva-Nas Familie für diesen grandiosen Einsatz!!

"Hallo Frau Denz,

nachdem wir mit Viva eine Stunde am Heim spazieren gegangen waren, haben wir uns im Hotel noch einmal frisch gemacht, an der Rezeption einen Appell an die Flughafenmitarbeiter ausgedruckt, in dem wir auf Polnisch darum baten (Google Translate und eine hilfsbereite 'Ewa'), rücksichtsvoll und lieb mit Viva zu verfahren, da sie aus einem Tierheim käme, das erste Mal in ihrem Leben fliegen würde und wahrscheinlich sehr ängstliche wäre.

Nach dem Ausfüllen der Papiere und vieeeeelen Streicheleinheiten haben wir versucht, Viva in den Kofferraum des Volvo Kombi zu bekommen. Mit vereinten Kräften von Aga, einer anderen Frau, zwei Volonters, meinem Mann und mir, haben wir uns diese Idee abschminken müssen (selbst durch die schmalen seitlichen Fugen des Abtrennnetzes hat sie sich durchgepresst und ist vorne wieder aus dem Auto raus).

Also: Transportbox und Koffer vom Rücksitz in den Kofferraum, alten Flickerlteppich auf den Rücksitz, Frauchen von links ins Auto, Leine rein schmeißen, Hund von vorne ziehen und hinten schieben, Türen und Fenster zu, Tränen trocknen und losfahren.

Nach circa 100km, die friedlich und kuschelig an uns vorbei rauschten (mein Mann ist echt vorsichtig und gleichmäßig gefahren), musste sich Viva leider das 1. Mal übergeben. Kein Problem! Anhalten, Herrchen raus, Teppich in polnischen Straßengraben schmeißen (was nicht sonderlich bei der vorhandenen Müllansammlung auffiel), zweiten Flickerlteppich auf den Sitz, am nächsten Wald anhalten, eine Runde spazieren gehen, ins Auto einsteigen - noch widerwillig, aber machbar.

Weitere 50km, sie oben, Teppich raus, Badelaken rein, Spaziergang, einsteigen (schon besser), kuscheln, es naht der Stadtverkehr in Warschau.
Stopp and Go - ein Riesenschwall Wasser (dumm von uns, wir hatten ihr beim letzten Stopp Wasser gegeben) - Handtuch einrollen, Viva auf meine Jacke setzen.

Rental Car Return, Europcar, Warschauer Flughafen:
Badelaken ein Parkdeck tiefer in den Müll! Viva, Frauchen, Gepäck und Flugbox aussteigen - Herrchen bringt Auto weg (natürlich ohne zu sagen, dass der Rücksitz etwas feucht ist - waren bestimmt nur die Vittel-Flaschen ;-)

Viva steigt brav in den Aufzug, Viva schmust mit anderen Fluggästen, Viva wickelt das Personal um den Finger (ist auch kein Problem, dass die Box eigentlich zu groß für das 'kleine' Flugzeug ist), Viva geht noch mal mit uns bei Baustellenlärm und startenden Flugzeugen problemlos spazieren.

Pünktlich19:10 Uhr, Oversized Luggage/Warschau:
Polnischer Riese in Militäruniform schiebt die Box (ohne Viva, mit 4T-Shirts, einem Nachthemd und meiner Weste) durch die Sicherheitskontrolle. Dann soll Viva in die Box. Riese rührt keinen Finger, Viva entwickelt ungeahnte Kräfte, zumal mein Mann auch noch das Türgitter falsch herum eingesetzt hatte und wir alles wieder auf Start stellen mussten ;-)

Nach unzähligen Schweißperlen und einem total verzweifelten Ehemann (sitzend auf der Box, damit diese nicht weiter durch den Raum geistert), schaffe ich es, das eine Ende der Leine durch die Box hinten rauszugeben, 2 ältere Mitarbeiter in ordentlich weißen Oberhemden und dunkelblauen Hosen ziehen die Leine durch, ich krieche mit Viva halb in den Käfig, flutsche noch gerade rechtzeitig raus und drücke das Gitter zu. Freundlicher Pole schmeißt Karabinerhaken vor das Schloss und im 'Affenzahn' kommt die Box auf den Wagen und ab zum Flieger.

Polnischer Riese im Tarnanzug guckt total bescheuert und wird ganz bestimmt nicht in die Freundschaftsliste meines Mannes eingehen!

10 Minuten Verschnaufpause für uns beide. Dann auch ab zum Flieger. Auf dem Flugfeld lächeln uns die Boys an der Maschine alle freundlich wissend an. Ich frage: Where is my poor doggi? - und darf in den Laderaum gucken. Die Box wartet ordentlich verschnürt auf den Start. Man versucht, mich zu beruhigen: der Raum sei beheizt und auch Ventilator - guttt!!! Gut, dass wir den 'HILFE-ZETTEL' auf die Box geklebt hatten!

Circa 20:15 Uhr, Warschau:
Nach dem Start und während des Fluges muss mein Mann mich immer wieder aufbauen. Ich hab' Angst, dass die Entscheidung zu fliegen, falsch war. Ich hab' Angst, dass Viva mir das übel nehmen wird und mich nicht mehr ansehen wird. Ich hab' Angst, dass etwas Schreckliches passieren könnte.

Ruhiger Flug, unsere im Mai verstorbene AKI hatte die Wolken über Düsseldorf aufgekratzt - aber der Pilot wollte wohl nach den stillen 90 Minuten zeigen, wie gut die Bremsen der Maschine funktionieren und wie man mit dem richtigen Drive eine Ausfahrt früher zum endgültigen Liegeplatz kommen kann. Oh Gott!

Circa 22:00 Uhr, Sperrgepäckausgabe DUS:
Nette Unterhaltung mit 2 Männern und einer Frau - versuchen, mich zu beruhigen! Box kommt, ich sehe keinen Hund. Doch, ganz hinten in der Ecke, zusammengerollt wie ein Igel, die Nase in meiner Jacke. Ich flüstere: Viva! Halte die Hände an das Gitter. Viva steht auf, kommt, wedelt und bricht die Box ab ;)

Karabiner ab, Türschloss auf, Leine an das Halsband. Pfoten auf meine Schultern, meinem Mann durch Gesicht geleckt - schmusen mit allen Leuten, die nicht bei 3 aus der Reichweite sind.

Raus in die Ankunftshalle:
Sebastian (haben sie kennengelernt) und Uwe (sein Partner) sehen Viva, rufen ihren Namen - Viva hin! Die kenne ich (denkt sie), denn sie hatte auch 2T-Shirts von den beiden in ihrer Box. Uwe die Leine, Sebastian das Gepäck, mein Mann und ich die Übung: Entlastungsatmen!!!

Spaziergang, Liebesbekundungen, Kaninchen jagen, einsteigen hinten zwischen den beiden neuen Rudelmitgliedern, zwischendurch den Kopf nach vorne stecken und kurz 'Herrchen' und 'Frauchen' antippen.

Circa 23:00 Uhr, Parkplatz Waldrodeweg/Dortmund:
Aussteigen, mit S. und M. eine Runde um die Häuser ziehen. U. und U. bringen Gepäck rein und holen schon mal Bier aus dem Keller. Mit traumwandlerischer Sicherheit findet Viva den Weg zu unserem Haus zurück. Festhaken am Karabiner auf dem Treppenabsatz. S. und M. gehen auch ins Haus, Viva wartet (max. 1 Minute) - kein Problem! Terrassentür auf, Viva ins Haus geholt, entleint - und ab in den Garten und ins Wasserbecken!

Beleuchteter Garten: komisch!
Yves Klein blaues Schaf: noch komischer!
Klingelglöckchen am Baum: die spinnen, die Leute!
Hausführung mit 'Herrchen': man darf mit nassen Pfoten durch das Schlafzimmer und den hinteren Flur bis nach vorne! Guck mal an, da sind die anderen 3 vom Rudel!
Das kann ich jetzt auch alleine!
Drei Runden 'Nachtkriterium' durchs Erdgeschoss.
Mein Mann geht die Treppe runter, um Bier zu holen: Viva steht staunend an der obersten Stufe und wartet schwanzwedelnd, bis er wieder kommt.
Treppe interessiert sie nicht.

Garten, Wohnzimmer, Sesselrunde, Küche - mehr als 2 Stunden Expedition durch das neue Zuhause!!!

1:30 Uhr Dienstag/Dortmund:
Sebastian und Uwe rufen sich ein Taxi.
2:00 Uhr:
Mein Mann und ich machen uns bettfertig (elektrische Zahnbürsten - kein Problem).
2:15 Uhr:
Ab ins Bett, Licht aus, Viva wandert noch rum, dann: RUHE! Wage nicht aufzustehen und nachzusehen, wo sie liegt, um sie nicht wieder zu aktivieren.
5:45 Uhr:
Feuchter Waschlappen in meinem Gesicht - Freude pur auf beiden Seiten! Ab in den Garten, Terrassentür bleibt offen, ich geh wieder ins Bett.
Bis 9:00 Uhr schafft mein Mann es echt, sich schlafend zu stellen, wenn Viva an sein Bett kommt. OK, denkt sie, dreht um und versucht bei mir, Oberbett zu spielen. NEIN hilft, sie dreht wieder ein paar Runden.

Dann:
Große Freude, Herrchen lebt noch! Tausend Mal Pfötchen und Küsschen geben. Frühstück gehört Menschen, Futter mag ich nur aus der Hand oder vom Fußboden (nicht aus Akis Edelstahlfressnäpfen). Spaziergang zur Hundewiese, einsteigen ins Auto (na ja, nicht gerade toll, aber mache ich mal). Ab zum Fressnapf nach Dortmund/Aplerbeck. Große AHHHH und OHHHH????!!!!! Was haben die bloß? Kennen die mich schon????
Neues Halsband und Leine kaufen, die anderen Sachen müssen ja wieder zu meinen Ex-Kumpels nach Ostroda!

Einsteigen ins Auto - mach' ich mal freiwillig, bin ja nicht so!
Guten Tag sagen im Büro. Werde von Frauchen als neues Trainingsgerät für Herrchen vorgestellt?! Streicheleinheiten - Peppi (kleine Knackwurst ohne Schwanz aus Pflegestelle in Berlin abgeholt von einer Mitarbeiterin) ignoriere ich mal kurz.

Dann:
Herrchen muss endlich mal wieder arbeiten! Noch eben ausgiebig schmusen mit Sebastian und Uwe. Jetzt aber los: Mit Frauchen zweieinhalb Stunden zu Fuß zurück nach Hause.

Ergebnis:
Hund platt, Monika platt.
Hund schläft gemütlich auf Wohnzimmerteppich.
Monika liegt auf dem Sofa, lässt den Kaffee kalt werden und hackt merkwürdig auf einem weißen Ding rum.

Für eventuelle Fehler und Unstimmigkeiten wird in diesem Zustand keine Gewähr übernommen :-) Ich bin einfach nur zufrieden, glücklich und müüüüde."